REFORMATION - Musik des 17. Jahrhundert in der Coburger St. Moriz-Kirche

Konzert 28.05.2017Ein besonderer musikalischer Leckerbissen erwartet alle Musikfreunde am Sonntag, dem 28. Mai, um 18 Uhr in der Coburger St. Moriz-Kirche. Im Rahmen der bayerischen Landesausstellung gastiert das Ensemble 1684 aus Leipzig, das auf Musik des 17. Jahrhunderts spezialisiert ist. In diesem Jahr der der Bezug auf das Reformationsjubiläum nicht fehlen, und so lautete der Konzerttitel schlicht: REFORMATIONEN.

Eintrittsprogramme gibt es nur an der Tageskasse, die ab 17 Uhr geöffnet hat.

Martin Luther, der wie kein Zweiter die Glaubenskraft biblischer Texte freizulegen wusste, verstand, dass die ‚Musica‘ im Stande ist, diese Kraft direkt erfahrbar zu machen und die Menschen unmittelbar zu ergreifen. So nehmen mit Luther auch musikalische Reformationen ihren Ausgang, die dann insbesondere in der protestantischen Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts ihre volle schöpferische Kraft entfalten. 

Im Programm kommen drei Komponisten zu Wort, deren Wirkungszeiten in etwa dieses Jahrhundert. Heinrich Schütz, Johann Rosenmüller und Johann Philipp Krieger. Da die drei Komponisten zugleich in Lehrer-Schüler-Beziehungen standen, lässt sich an ihren Werken auch eine kirchenmusikalische Entwicklungslinie des nachreformatorischen Jahrhunderts mitvollziehen. 

Interessant ist, dass die protestantische Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts stark von italienischen (katholischen) Komponisten beeinflusst wurde. Auch mitteldeutsche Tonkünstler reisten beschwerlich über die Alpen, um die neuen Trends in Venedig, Rom und andernorts zu studieren und für das eigene Schaffen fruchtbar zu machen. Vor allem das einflussreiche Venedig mit dem Markusdom und den Komponisten Giovanni Gabrieli und Claudio Monteverdi war immer wieder Anziehungspunkt.

Das von Markus Berger und dem Leiter des GewandhausChores Gregor Meyer gegründete Ensemble 1684 widmet sich vorrangig der Pflege vorbachischer Barockmusik. Im Zentrum stehen dabei mitteldeutsche Komponisten, deren Werke seltener aufgeführt werden oder in Vergessenheit geraten sind. Den aktuellen Schwerpunkt bildet das OEvre Johann Rosenmüllers, der das zweite Drittel des 17. Jahrhunderts musikalisch wie kaum ein Zweiter geprägt hat.

Insbesondere zu Rosenmüller entfaltet das Ensemble auch eine rege Forschungs- und Editionstätigkeit; die meisten der aufgeführten Werke werden aus (handschriftlichen) Quellen für die Programme neu aufbereitet und teilweise auch rekonstruiert. Die Künstler des Ensemble 1684 verstehen sich zudem als barockmusikalische Botschafter. Regelmäßig werden Kooperationsprojekte mit Kantoreien und (musik-)schulischen Ensembles initiiert sowie niederschwellige Konzertformate etabliert, um möglichst vielen Menschen den Reichtum mitteldeutscher Barockmusik nahezubringen. 

Mehrere begeistert aufgenommene Konzertreihen führten das junge Ensemble in den vergangenen Jahren durch Deutschland, Polen und Italien. Im Jahr 2017 tritt das Ensemble europaweit in bedeutenden Reihen und Festivals auf, wie z.B. Leipziger Bachfest, Heinrich-Schütz-Musikfest, Pegnitzer Sommerkonzerte, musica sacra Piber u.a. 

Im August 2017 ehrt das Ensemble 1684 den 400. Geburtstag Johann Rosenmüllers mit einem Festkonzert in seiner Geburtsstadt Oelsnitz/Vogtl. Eine erste CD mit einem Querschnitt durch das Schaffen Rosenmüllers erscheint Anfang 2018. 

Das Ensemble 1684 setzt sich zusammen aus erfahrenen Profis sowie jungen Absolventen und Studierenden, die sich abhängig von den Anforderungen des Repertoires in unterschiedlichen Besetzungen zusammenfinden.

In Coburg musiziert das Ensemble in folgender Besetzung:

Alice Ungerer, Viola Bleche (Sopran) Helene Erben, Ulrike Kase (Alt ) Florian Sievers, Alexander Hemmann (Tenor) Tobias Ay, Markus Berger (Bass), Saskia Klapper, Judith Zicklein (Violine), Magdalena Schenk-Bader, Friederike Hübner (Viola), Benjamin Dreßler (Violone). Leitung und Orgel: Gregor Meyer

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